Auf unserer spirituellen Reise Bequemlichkeit überwinden

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Auf meiner spirituellen Reise bin ich der Bequemlichkeit zum Opfer gefallen, und manchmal erwischt sie mich immer noch unvorbereitet. Bei einem lockeren Gespräch mit Paramahamsa Vishwananda vor ungefähr fünf Jahren sagte Er mir: "Faule Leute mag ich nicht", und ich antwortete gleich, in meinem Stolz und meiner Unwissenheit: "Ja, ich auch nicht!". Er wiederholte seine Feststellung und ich wiederholte die meine, sogar noch schneller. Die Diskussion wechselte schnell zu anderen Themen, und für diesen Moment war das Thema vergessen. Erst ein paar Monate später, eines schönen Tages während der Stille nach meiner Atma Kriya Yoga Übung, ging mir ein Licht auf, und mir fiel ein, dass ich der Faulenzer war!

Wir wissen alle, dass wir unsere ausgewählten spirituellen Übungen machen sollen und warum wir dies tun sollen, und trotzdem tun wir nicht das, wovon wir wissen, dass es uns den größten Nutzen bringt. Warum? Weil es viel leichter ist, sich für Bequemlichkeit zu entscheiden, statt sich Mühe zu geben. Wenn wir bei unseren spirituellen Übungen träge sind, sind wir sehr wahrscheinlich auch in vielen anderen Bereichen unseres Lebens träge. Faulheit ist Faulheit - Punkt!

Oft denkt man an Faulheit, wenn man seine Füße hoch legt oder Widerwillen gegen seine spirituellen Übungen hat, aber sie kann sich auch in einer extremen Form zeigen, nämlich als Aufschieberitis. Wenn wir versuchen, sehr fleißig zu sein und uns mit allen anderen kleinen täglichen Pflichten ablenken und es damit hinausschieben, die erforderlichen Dinge, Aufgaben, Pflichten zu erledigen oder den Anweisungen der Meister zu folgen, und sie umgehen, dann können wir uns ebenfalls als träge bezeichnen. Anstatt zuerst eine Zeit fest-zumachen, in der wir unsere Sadhana üben, die erforderlichen Anstrengungen und die Zeit aufzubringen, um unser Herz der reinen Liebe zu öffnen, wird anderen Dingen eine höhere Wichtigkeit gegeben, und unsere Übungen landen mehr oder weniger am Ende unserer  To-Do-Liste.

In den Anfangsjahren meiner Atma Kriya Yoga Praxis, war es eine Qual für mich, morgens früh aufzustehen. Viele Wochen und Monate lang drückte ich den Ausknopf an meinem Wecker, um nur fünf Minuten länger in meinem Bett zu liegen, aus denen dann 60 weitere Minuten wurden. Dabei machte ich auch meiner Familie während vieler Monate Unannehmlichkeiten durch das dauernde Klingeln meines Weckers. Jetzt bin ich endlich in der Lage, ohne Wecker morgens früh aufzustehen. Es war eine Herausforderung, das Fernsehen abends auszumachen, wenn ich in meinem Liegesessel saß, um meine zweite Übungsrunde zu machen; beim Aufwachen dem Wunsch, auf mein Handy zu schauen, nicht nachzugeben – trotzdem ich noch sehr versucht war, in die Nachrichten, Facebook und die Sozialen Medien zu schauen, und wenn du einmal auf dein Handy schaust, sind die Chancen, dass du es weiter benutzt, höher als die, mit deinen Atma Kriya Yoga Übungen zu beginnen. Ich gewöhnte mir an, mein Handy nachts neben meinen

Altar zu legen, um zu vermeiden, dass ich morgens beim Aufwachen drauf schaue.

Ein Weg, wie wir unseren Verstand überzeugen können, die Bequemlichkeit aufzugeben, besteht darin zu sehen, dass Schwierigkeiten Teil unserer Lernerfahrung sind, um dem ewigen Ziel wie Gott lieben zu können, näher zu kommen. Jedes Mal wenn wir eine schwierige Situation vermeiden, verpassen wir eine Gelegenheit zu lernen, Weisheit zu

erlangen und uns zu ändern. Das bedeutet auch die Disziplin zu wählen statt die Bequemlichkeit.

Vielleicht sollten wir den Grund für unsere Übungen ändern von "meine Zeit der Stille, zurückgezogen von der Welt" in "meine Zeit, mich zu ändern, um mehr und mehr fähig zu sein, selbstlos zu lieben". Die Bequemlichkeit scheint mich manchmal immer noch zu überlisten, sie schafft es, mich zu täuschen und vom Handeln abzuhalten. Dann macht sie aus mir einen spirituell faulen Yogi, der sich von den rauen und harten Erfahrungen des Lebens fern hält und versucht, sich einen friedvollen Kokon zu sichern, außerhalb der Welt. Kurz gesagt, sich einen spirituellen Rückzug von der Welt zu sichern. Es liegt eine große Gefahr darin, nicht aufgerüttelt werden zu wollen, in unserer Komfortzone zu sein, mit dem Ziel, die Sadhana dazu zu benutzen, eine stille Auszeit zu finden, statt sie als ein Werkzeug der Veränderung zu nutzen, um die Erfahrungen reiner Liebe in unserem Alltag zu

haben. Der wahre Test unserer Spiritualität zeigt sich dann, wenn wir mit Undankbarkeit, mit Angriffen auf unser Ansehen und allem anderen Tumult in unserer Umgebung konfrontiert werden. Abkürzungen zu finden, um diese schwierigen Erfahrungen zu umgehen oder zu vermeiden, macht uns faul, indem wir uns ihnen nicht stellen oder es verschieben, uns mit ihnen zu befassen.

Ich war sehr überrascht zu sehen, wie mein Leben mit andauernder Disziplin so viel mehr an höherer Bedeutung gewann, als wenn ich ferngesehen oder dauernd telefoniert hätte.

Eine bestimmte Zeit und Raum für die Sadhana festzulegen mit möglichst wenig Störquellen kann dabei helfen, Trägheit zu überwinden. Wenn du an deinem speziellen Platz bist, stimme dich ein, bevor du deine spirituelle Praxis beginnst. Einigen mag Musik hören oder Singen helfen, um sich einzustimmen, einigen ein Gebetsritual, manche mögen sich einen ‚Quote of the Masters' ansehen, manche schauen sich vielleicht ein kurzes Video von 'Insight from the Master' an, ziehen eine 'Just Love' Karte, andere mögen das Bild einer göttlichen Form, der sie sich nahe fühlen, anschauen und du kennst bestimmt noch viele andere Möglichkeiten. Probiere Verschiedenes aus und finde heraus, was für dich funktioniert. Dann wird die Atma Kriya Yoga oder Simply Meditation Übung freudig und liebevoll sein. Ausdauer mit dieser

Herangehensweise des "sich Einstimmens" wird den Verstand überzeugen, dass er sich auf diese Zeit freuen darf. Sei kein gelegentlicher Gast, sondern ein beständiger Bewohner mit einer festen Verbindung zur Übung.

All diese Mittel und Wege haben mir tatsächlich im Kampf gegen die spirituelle Faulheit geholfen. Wie auch immer, der allererste und wichtigste Schritt für uns alle auf dem spirituellen Weg ist, die Bequemlichkeit zu erkennen und festzustellen, dass sie - oft gut versteckt - in unserem Alltag vorhanden ist. Wir müssen in ihr ein Hindernis sehen, das wir in eine Gelegenheit verwandeln. Eine sehr wichtige Frage, die man sich jeden einzelnen Tag ehrlich stellen und die man analysieren sollte ist - WAR ICH HEUTE FAUL?

Zwei 'Quotes from the Masters' erklären uns, warum wir sofort handeln sollten, um die Bequemlichkeit aus unserem Leben herauszubekommen!

"Ihr alle, die durch den Segen Gottes ein Verlangen habt, eure Sadhana zu machen, ein Verlangen, die Liebe zu spüren, die größer ist als das, was die Welt unter Liebe versteht, verschwendet nicht eure Zeit!" Paramahamsa Vishwananda

"Keiner deiner Lehrer oder spirituellen Führer kann Einheitsbewusstsein für dich erschaffen! Wir können dir helfen; wir können dir frei die göttliche Liebe aus unseren Herzen geben, göttliche Lehren und hoch schwingende Energie, die du körperlich fühlst. Du musst handeln, um dich selbst voranzubringen" Mahavatar Babaj


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