Der vegane Kriya Yogi – ein liebevoller und achtsamer Lebensweg

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Oft genug wird der Veganismus als eine besondere pflanzenbasierte Kost für gesundheitsbewusste Leute verstanden, wobei die dem Veganismus zugrunde liegende Philosophie oft missverstanden wird. Prem und Ahimsa sind zwei Worte, die diese Philosophie zusammenfassen. Im Sanskrit gibt es zwei Worte für Liebe. Das eine ist Prem, was die unbegrenzte, bedingungslose Göttliche Liebe ist, und das andere ist Pyar, was die begrenzte, bedingte menschliche Liebe ist. Hier handelt es sich um Prem. Himsa bedeutet im Sanskrit, Verletzungen oder Schaden zufügen, deshalb ist Ahimsa genau das Gegenteil davon. Es ist der Weg des geringstmöglichen Schadens, nicht nur anderen Menschen gegenüber, sondern auch gegenüber anderen Lebewesen und der Umwelt.

Unser Wohlbefinden wird durch die Harmonie und das Gleichgewicht in unserem Inneren bestimmt, und das hat andererseits eine Verbindung zu allem um uns herum. Unsere Taten, Gedanken, Worte, unsere Nahrung haben gleichermaßen eine Auswirkung auf diese Harmonie und das Gleichgewicht.

Schauen wir uns zunächst einmal das an, was wir in Form von Nahrung in unseren Körper bringen. Was bedeutet es, die Prinzipien von Prem und Ahimsa mit der Nahrung aufzunehmen, die wir konsumieren? Der erste Schritt besteht gemeinhin in der Wahl, ein Tier zu töten, einzig und allein, um unseren Geschmackssinn mit dem Geschmack von Fleisch zu befriedigen oder der Wahl, kein Lebewesen zu töten. Deswegen werden viele Menschen Vegetarier oder sind es schon, weil sie diese Wahl getroffen haben. Es gibt Menschen, die sich vehement gegen das Wildern von Löwen und Elefanten in unseren Nationalparks engagieren oder für unmenschliche Behandlung oder Grausamkeit Haustieren gegenüber eintreten und dabei doch die Fleischindustrie unterstützen. Was gibt uns das Recht, das Leben einer Tierart zu nehmen und das Leben einer anderen Tierart zu schützen? Wir müssen unsere Denkweise ändern, bei der wir ein Lebewesen als Teil unserer Familie und das andere Lebewesen als Nahrung sehen und damit zu Mitgefühl und Liebe zu allen Kreaturen kommen. Energetisch haben wir sowohl Anteil an der Angst, dem Schmerz und ähnlichen Schwingungen, die sich bei der Schlachtung im Körper des Tieres befinden.

Wir sollten uns aber auch die Frage stellen, ob es genügt, Vegetarier zu sein oder ob es mitfühlend genug ist. Ist es in Ordnung, wenn in der kommerziellen Milchwirtschaft Jahr für Jahr die Kühe gewaltsam befruchtet werden? Nicht nur, dass es die natürliche Lebensspanne einer Kuh um die Hälfte reduziert. Ebenso werden die Kälber sofort nach der Geburt von der Mutterkuh weggenommen, damit Menschen die Nahrung bekommen, die wir Milch nennen. Nicht nur, dass die Kälber keine Zeit bei ihrer Mutter verbringen dürfen, sowohl Mutter wie Kalb weinen tagelang ohne Ende. Die weiblichen Kühe werden weggenommen und nach ein paar Monaten befruchtet, während sie eigentlich noch ein „Kind“ sind, und die männlichen Kälber, die nicht dem Zweck dienen, Milch zu geben, werden ebenfalls weggenommen und oftmals ausgehungert, um dann als Kalbfleisch verkauft zu werden. Ist diese Form der Gewalt wirklich nötig? Wenn Menschen so etwas angetan wird, nennen wir es Vergewaltigung und Totschlag. Die Menschen müssten die einzige Spezies sein, die nach dem Alter von 6 Monaten noch Milch trinkt. Zusätzlich sollten wir uns überlegen, ob wir uns nur auf eine vegane Kost ausrichten wollen oder diese noch erweitern auf einen Lebensstil, bei dem wir es auch vermeiden, Lederschuhe, Gürtel und Taschen aus Leder zu benutzen.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, kennen wir die Antwort darauf bereits.

Selbst im Hinblick auf die Umwelt werden wir einen positiven Beitrag leisten, wenn wir Veganer werden, weil dann viel weniger Ernten nötig sind, um die Tiere für die Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten zu füttern. Und das könnte auf der anderen Seite helfen, den Hunger in der Welt zu reduzieren. Auch werden viele Wälder abgeholzt, um Weideland zu schaffen oder Tierfutter zu erzeugen.

Himsa oder Gewalt ist gut versteckt und manifestiert sich in unseren Taten, Gedanken und Worten mehr als uns bewusst ist. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Groll, der Unfähigkeit, sich selbst und anderen zu vergeben, bei Hass, negativem Denken über uns selbst und andere usw. Sobald wir achtsamer werden mit unseren Gedanken, können wir umso leichter unseren Geist beruhigen und kontrollieren, und das führt andererseits zu der Fähigkeit, dem Lärm unserer Gedanken weniger Aufmerksamkeit zu schenken und mehr auf die Liebe und das Mitgefühl in unserem Herzen zu hören. Dann beginnen wir, unsere Gedanken wahrzunehmen und zu beobachten, anstatt auf sie zu reagieren.

Wie wir alle wissen, sollten wir gewaltsame Worte, Gedanken oder Taten vermeiden, doch fehlen uns oft die Werkzeuge und Techniken, die uns dabei unterstützen können. Die bedingungslose Liebe anzunehmen und durch die Praxis von Atma Kriya Yoga unser spirituelles Herz zu öffnen ist ein großartiger Weg, die Bewusstheit unserer Worte, Gedanken und Taten in unserem täglichen Leben zu verbessern. Wahrer Yoga ist eigentlich ein wissenschaftlicher Prozess der Vereinigung von Körper, Geist und Seele und besteht nicht nur aus körperlichen Übungen, wie es so oft dargestellt wird. Praktiken wie Atma Kriya Yoga haben sowohl körperliche und energetische Techniken, die tief aus dem Inneren heraus wirken, um uns zu transformieren, damit wir unsere Taten mit der Bewusstheit der Seele ausführen können, und dabei haben wir die lebendige Erfahrung bedingungsloser Liebe. Diese Liebe in uns selbst zu finden ermöglicht uns andererseits, in Frieden mit der Welt und in unseren Beziehungen zu anderen zu sein.

Man kann hier deutlich die Verbindung sehen zwischen einem veganen Lebensstil und wahrem Yoga sowie die Wichtigkeit, beides miteinander zu kombinieren. Die menschliche Spezies hat die Kraft des Intellekts, um das Richtige vom Falschen zu unterscheiden. Tiere und andere Lebewesen tun das nicht und werden von ihren Instinkten geleitet. Ihr könnt aber ganz bewusst die Wahl der Liebe statt die der Gewalt treffen.

Die Frage, ob das einfach oder schwierig ist, kommt ganz auf die Perspektive an, von der aus man es betrachtet. Unsere Transformationsreise geht immer weiter, ein Leben lang und in vielen kleinen Schritten, sie kann nicht über Nacht geschehen. Es gibt große und kleine Herausforderungen im Leben, sie werden kommen und gehen. Die Art und Vielfalt der Herausforderungen, mit denen wir im Leben konfrontiert sind, mögen nicht in unserer Macht liegen, doch wir können entscheiden, wie wir unser Leben verbringen wollen. Unsere Wahl hat Konsequenzen. Der erste Schritt auf dieser Reise liegt jedoch in der Kraft der Unterscheidung und in der Wahl, die wir treffen können für einen liebevolleren, achtsameren und mitfühlenderen Lebensstil.

Du kannst dich entscheiden, ein veganer Kriya Yogi zu werden. Ich habe es getan. Machst du auch mit?

 

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